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Präventionskampagne „Crash Kurs NRW“ an der Emmy-Noether-Schule

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Neuenkirchen – Am Dienstag, den 13. Januar 2026, war die Emmy-Noether-Schule in Neuenkirchen Gastgeber für die landesweite Präventionskampagne „Crash Kurs NRW – Realität erfahren. Echt hart“. An der Veranstaltung nahmen 240 Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs der Emmy-Noether-Schule, des Arnold-Janssen-Gymnasiums sowie der Josefsschule aus Wettringen teil. Die Kampagne richtet sich speziell an junge Fahranfänger im Alter von 16 bis 24 Jahren, da diese Altersgruppe überproportional häufig in schwere Verkehrsunfälle verwickelt ist.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung war die Betroffenheit im Publikum deutlich zu spüren: Während das Lied „Geboren um zu leben“ von Unheilig erklang, wurde eine Landkarte mit Unfallstellen aus dem Kreis Steinfurt gezeigt, an denen Menschen ihr Leben verloren haben.

Ein Team um den Polizeihauptkommissar Thomas Höving schilderte in eindringlichen Worten und mit emotionalen Bildern ihre persönlichen Erfahrungen mit Verkehrsunfällen. Ein Polizist, eine Notfallsanitäterin, ein Notarzt, ein Angehöriger von einem Unfallopfer sowieNotfallseelsorger berichteten über ihre Erlebnisse bei der Erstversorgung, der Übermittlung von Todesnachrichten und den langfristigen Folgen schwerer Unfälle. Besonders bewegend war der Bericht des angehörigen Vaters, der sehr emotional beschrieb, wie die Familie nach dem tödlichen Unfall seines Sohnes weiterlebt. „Es hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich stehe hier nicht aus Pflicht, sondern aus Hoffnung. Achtet auf euch und rechnet immer mit der Dussligkeit der anderen.“

Obwohl die Beiträge der Notfallsanitäterin und des Notarztes per Video eingespielt wurden, weil sie dienstlich verhindert waren, hinterließen sie dennoch eine nachhaltige Wirkung.

Im Hintergrunddienst betreuten drei Seelsorgerinnen die Schüler, die Unterstützung bei der Verarbeitung der einzelnen Beiträge hatten.

Warum diese Konfrontation mit dem Tod?

Jährlich ereignen sich in Nordrhein-Westfalen eine Vielzahl von Verkehrsunfällen, von denen leider auch eine Reihe tödlich enden. Besonders alarmierend ist die Statistik junger Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 17 bis 24 Jahren: Sie sind für einen erheblichen Anteil der schweren Unfälle verantwortlich. Alle 51 Minuten gibt es (in NRW) einen verunglückten jungen Verkehrsteilnehmer in dieser Altersgruppe. Diese Fakten sind der Grund für Veranstaltungen wie „Crash Kurs NRW“, die das Bewusstsein der jungen Generation schärfen und langfristig eine Verhaltensänderung bewirken sollen.

Thomas Höving, der Moderator der Veranstaltung, betonte: „Wir wollen nicht schockieren  und ohne erhobenen Zeigefinger den Jugendlichen vermitteln, wie lebensgefährlich riskantes Verhalten im Straßenverkehr ist und dass es auf ihr eigenes Handeln als Fahrer und Mitfahrer entscheidend ankommt. Verkehrsunfälle passieren nicht einfach, sondern werden verursacht, weil von Verkehrsteilnehmern Regeln missachtet werden. Somit sind sie vermeidbar.“

Nach der Veranstaltung hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, das Gezeigte und Gehörte in Gesprächen zu verarbeiten. Die Botschaft war klar: Überhöhte Geschwindigkeit, das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Ablenkung durch Handys sind in über 50 Prozent der Fälle die Hauptursachen für schwere Unfälle. Die Jugendlichen wurden zum Nachdenken angeregt und stehen nun vor der Herausforderung, die gewonnenen Erkenntnisse in ihr eigenes Verhalten zu übertragen.

Die Veranstalter hoffen, dass die gezeigten Schicksale einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben – denn die Entscheidung für verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr kann Leben retten.